Stadt plant Haus der Vereine

Sängerheim

Win-Win-Situation: Heidechor Gifhorn-Neubokel freut sich über neues Konzept

Von Andrea Posselt

Gifhorn Montag 2. März 2026

Ein Problem kann auch zum Problemlöser werden: Die Lage am Gifhorner Schützenplatz war zuletzt nicht nur wegen des abgebrannten Schützenheimes ziemlich trist. Jüngst war es die Nachricht, dass das angrenzende Sängerheim vor ungewisser Zukunft steht, weil sich der Männerchor auflöst. Der war seit fast 30 Jahren Eigentümer des Gebäudes - gemeinsam mit dem Heidechor Gifhorn-Neubokel. Der würde nun alleine auf seinem Anteil der GbR sitzen und das Gebäude verwalten müssen.

Der Heidechor Gifhorn-Neubokel steht zwar auf stabilen Beinen und erfreut sich an einer regen Choraktivität unter Leitung von Paul Schaban, probt regelmäßig Donnerstagabend und hält Versammlungen ab, aber alleine das Sängerheim stemmen, das ist für den Chor dann doch eine Nummer zu groß. Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich (CDU) hatte daraufhin eine Idee. Aus Erzählungen wisse er, dass es für Gifhorner Vereine immer schwieriger werde, für Treffen und Versammlungen Platz zu finden.

Unter dem Aspekt könne man beim Sängerheim, das nur wenig unter den Folgen des Großbrandes am Schützenplatz zu leiden hatte, aus der Not eine Tugend machen. Die Idee: Die Stadt Gifhorn übernimmt das Gebäude am Schützenplatz und öffnet es als Haus der Vereine. Der Heidechor Gifhorn-Neubokel darf weiter wie gewohnt die Räume nutzen. Ein Vorschlag, den erste Vorsitzende Elke Hoffrichter regelrecht „begeistert“.

Die Räumlichkeiten würden es hergeben, dass viele andere Vereine am Schützenplatz eine neue Anlaufstelle bekämen. „Es gibt sogar eine Küche, die Bestuhlung ist vorhanden“, sagt Elke Hoffrichter. Nerlich möchte mit dem Angebot Vereinsleben und Ehrenamt in der Stadt stärken. Die Lage der neuen Anlaufstelle für Ehrenamtliche könnte kaum besser sein. „Es gibt dort Parkplätze, alles ist super in Schuss.“

Vorteil nun: Mit dem Wiederaufbau des Schützenheimes könne man einige Planungen darauf abstimmen, dass nun nebenan das Haus der Vereine sein wird. Danach sieht es jedenfalls laut Gifhorns Bürgermeister aus. Die ersten Reaktionen der örtlichen Politik seien sehr positiv. „Entscheiden muss noch der Stadtrat.“ Stimmt der zu, nimmt die Stadt das Haus der Vereine in die Hand und wird künftig auch verwalten, wer wann das Gebäude nutzen kann. Das geschehe nach dem System der Dorfgemeinschaftshäuser. Unterschied: Das Sängerheim soll wirklich nur der Versammlung von Vereinen dienen, keine mietbare Partystätte werden.

Die Modalitäten, wie Räume gebucht werden können und welche Gebühr die Stadt erheben wird, müssten noch geklärt werden, so Bürgermeister Nerlich. Möglicherweise könne es auch die Möglichkeit zur Online-Buchung geben. „Wir rechnen mit erheblicher Nachfrage“, sagt er.

Das Sängerheim werde zwar zum Haus der Vereine, seine Geschichte werde jedoch damit „nicht ausradiert“, betont der Bürgermeister. Die Leistungen in Form von Pokalen und Urkunden der Erschaffer werde man in einem angemessenen Rahmen würdigen. Er hofft, dass es „kein Gerangel“ um die Nutzung gebe. Kommt alles so wie es die Verwaltungsspitze vorschlägt, könne man auch den Wiederaufbau des angrenzenden Schützenheimes in einigen Details auf das Haus der Vereine einstimmen. Der Aufbau könnte im Herbst starten. Zum Schützenfest 2027 soll das Schützenheim in neuer Form fertig sein - mit dem Haus der Vereine nebenan.

Bautätigkeiten sollen erst nach dem Schützenfest 2026 beginnen und vor dem Schützenfest 2027 abgeschlossen sein sollen. Somit wäre der Schützenplatz für beide Schützenfeste als Rummelplatz nutzbar.